Dienstag, 22. Mai 2012

Nicht unvergesslich, aber gut! - Vergessene Welt: Jurassic Park (1997): Review / Kritik

Ich glaube, es war der Film "Dante's Peak" oder einer der drei neu aufgelegten Starwars-Filme, da sah ich im Kino diesen höchst interessanten Trailer: Blitze durchzuckten den Himmel und die Schriftzeichen "Etwas hat überlebt" tauchten auf. Ein riesiger Fußabdruck: Ein  T-Rex kommt ins Bild! Und dann sieht man auch schon das bekannte urassic-Park-Logo. Da hat es mich gepackt! Ich wusste, diesen zweiten Teil muss ich sehen.
Man darf nicht vergessen, es war 1997 und das Internet war mir persönlich zu dieser Zeit noch nicht ganz geläufig. Trailer waren damals noch aufs Kino oder Fernsehen beschränkt. Wie dem auch sei:
Ich wusst ja schon, dass Michael Crichton eine Fortsetzung geschrieben hat, mit dem Titel "The Lost World", und ja, den hatte ich gelesen. Und ich wusste auch, dass im Herbst dieses Jahres diese Verfilmung in die Kinos kommen sollte.
Anzumerken wäre vielleicht, dass mir das Buch nicht so sehr gefallen hat. Da war DinoPark schon besser, spannender, fesselnder. In "Vergetakteur Ian Malcolm, (Huch, war der in Band 1 nicht eigentlich verstorben?)sene Welt" dauert es etwas länger, und bis auf den Haup gab es auch kein Gesicht aus dem ersten Band. Naja, der Film unterschied sich ja auch stark von der Buchvorlage, in der es wesentlich härter zur Sache ging.Hinzu kommt noch dass Malcolm im Film ja überlebt hatte, was der ganzen Sache etwas mehr Logik gab.
Doch mal ganz davon ab. Anfang August '97 startete der Film in unseren Kinos. Mit großen erwartungen ging ich ins Kino - mit gemischten Gefühlen kam ich  aus dem Lichtspielsaal. Die Verfilmung hatte ja mal so fast gar nichts mehr mit der Buchvorlage gemein. Schlimmer noch als diese Verstümmelung fand ich die irrationale Handlung, die rein auf Action, aber nicht mehr auf Tiefgang getrimmt war. Allerdings, und das muss ich heute, 15 Jahre später bei wiederholtem Ansehen haltlos zugeben, machten die Effekte dennoch spaß und einiges wieder wett.
Nicht dass mit damals mit 16 der Film nicht gefallen hat. Ich fand ihn klasse, aber längst nicht mehr so gut wie der Urvater urassic Park himself: Meine erste wirklich große Erfahrung mit Sequels übrigens. Doch bevor wir zum Inhalt kommen, hier erstmal ein Trailer:
Inhalt:
Vier Jahre sind ins Land gezogen und die Ereignisse im "Jurassic Park" gerieten in Vergessenheit - zumindest in jene der Öffentlichkeit. Ian malcolm versucht verzweifelt, die Geschichte an die Öffentlichkeit zu tragen, wird jedoch für verrückt erklärt. Da wird er von John Hammond, dem Milliardär gerufen, der Ian unterbreitet, es gab noch eine zweite Insel, jene, auf denen die Dinos nämlich gezüchtet und aufgezogen wurden, die Isla Sorna. Dort jedoch haben sich die Dinos befreien und sich dem Leben anpassen können. Ein Forscherteam soll sich auf dem Weg dahin begeben, um die lage zu dokumentieren, und die Insel zum naturschutzgebiet zu erklären.
Nichtsahnend, dass noch ein zweites Team der durch Hammonds Neffen übernommenen Firma InGen auf dem Weg zur Insel ist: Ihr Ziel: Dinos einfangen um mit ihnen einen zweiten "Jurassic Park" zu eröffnen.

Kritik:
Okay. Nur lose basiert die Handlung auf das Buch, in dem großteils auch völlig andere Charaktäre mitwirken. Fakt ist jedenfalls, dass man hier versucht hat, an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen: Kommen wir mal zum Pro:
Spielberg schafft es, actionreiches Popcorn-Kino zu produzieren, wie er uns hier sehr deutlich vor Augen führte. Packend und effektvoll sind die Dinos in Szene gesetzt, schaffen damit einen bildgewaltigen Dino-Abenteuerstreifen. Jeff Goldblum spielt wieder hervorragend, und auch wenn sie etwas untergeht, ist Julian Moore eine hervorragende Wahl in der Rolle der Sarah Harding als Love Interest.
Aber: Der Charme von Teil 1 fehlt fast völlig. Von intelligenten nachdenklichen Dialogen ist nichts geblieben, stattdessen gibt es fast nonstop Action beinahe vom Anfang an. Spielberg ließ sich nicht lange mit der Einführung der teilweise recht stereotypen Charaktäre Zeit.
Sieht man mal davon ab, dass die Handlung fast gänzlich vom Buch abweicht, weshalb ich diese Kritik hier an der Buchvorlage weder messen kann noch will, macht es schon Spaß, einen T-Rex durch San Diego ziehen zu sehen. Die Effekte waren für damalige Zeiten echt Top und lassen sich heute noch sehen. Der Film ist laut und bombastisch, bildgewaltig und funny. Popcorn-Kino eben.
Nervig ist diesmal JungdarstellerinVanessa Lee Chester als Ians Tochter Kelly. Vince Vaughn als Nick Van Owen jedoch sorgte für einige erfrischende Momente, vor allem im dynamischen Spiel mit Jeff Goldblum.
Seien wir ehrlich: An Teil 1 reichte er nicht heran, doch machten die 130 Filmminuten trotz allem immer noch eine Menge Spaß! Von daher bekommt der Film eine Wertung von

7,8

Ursprünglich sollte Joe Johnston (Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft, Jumanji, Captain America)  Regie führen,  doch war dieser im Verzug mit seinem Film "Jumanji". Im dritten Teil der Jurassic-Trilogie kam er dann jedoch endlich zum Zug. Eine Kritik hierzu wird folgen.

Sonntag, 20. Mai 2012

Hoffnungslos gut! - Children of Men (2006): Review / Kritik

Seit 2001 träume ich davon, Filmkritiker zu sein: Was für ein geiler Job: Filme professionell zu bewerten und Geld damit verdienen! Das hätte wahrlich Style! Und seither lese ich auch begeistert Filmmagazine. Klar wusste ich auch schon von der Verfilmung "Children of Men", basierend auf den gleichnamigen Roman von P. D. James.
Nun muss ich zugeben, ich habe das Buch nicht gelesen, und die Handlung des Filmes war natürlich auch nicht Blockbuster-tauglich. Sei's drum. Ein guter SF-Film mit einem interessanten Szenario und einer innovativen Erzählform sollte es werden, und das bewog mich dazu, mir zumindestens die DVD zu kaufen.
Alfonso Cuarôn übernahm die Regie. Übrigens zeigte er sich zuvor für den dritten Harry-Potter-Film verantwortlich, den ich ja nun nicht so prickelnd, aber nun auch nicht schlecht fand (dazu kommen wir gerne ein Andernmal).
Mit Clive Owen und Julianne Moore wurden für die Britisch-Amerikanische Produktion auch überzeugende Schauspieler gecastet. Mit ein Grund, diesen Film zu gucken.
Mein Kumpel Berni sah diesen Film im Kino und zeigte sich begeistert. Die langen Takes, die anspruchsvolle Handlung und das Setting: Mit 76 Mio Dollar Produktionskosten war der Film verhältnismäßig im Mittelmaß - bedenkt man moderne Blockbuster-Filme. Aber Children of Men wollte das auch nie sein.
Hier erstmal der Trailer:
Inhalt:
Das Jahr 2027: Die Menschheit droht auszusterben: Grund dafür ist die verlorene Fähigkeit unserer Weibchen, Kinder zu bekommen. Passend dazu beginnt die Story mit dem Tod des jüngsten Menschen der Welt: Baby Diego, der im Alter von 18 Jahren stirbt. Die Menschheit ist am Abgrund. Die Länder isolieren sich: Großbritannien gleicht einem kriegsgebiet.
Hysterie estimmt den Alltags des isolierten Polizeistaates. Eine inländische Terrororganisation, die Fishes, versucht dem Wahnsinn einhalt zu gebieten. Über Julian, die Aführerin der Fishes wird der Regierungsangestellte Theo Farron auf Kee aufmerksam: Eine junge Imigrantin, die erste Frau seit 18 Jahren, die Schwanger wird. In der Hoffnung, das Human Project könnte durch sie ergründen, warum die Frauen die Fähigkeit verloren, schwanger zu werden, soll Theo sie aus Großbritannien schleusen - unbemerkt! Das erweist sich als schwieriger und fataler als erwartet und eine atemlose Odyssee beginnt.

Kritik:
Ein SF-Thriller soll es sein - ein kleines Meisterwerk ist es geworden. "Children of Men" ist ein Geheimtipp unter Filmfreunden des anspruchsvollen fiktionalen Kinos. Nicht ohne Grund. So bedrückend und hoffnungslos die Stimmung der Handlung ist, so wurde sie auch perfekt in Szene gesetzt. Die Farben wirken verwaschen und eher grau als farblich. In dieser Zeit will man nicht leben, kann man kaum existieren.
Noch dazu die überlangen Takes, die oft 2 Minuten lang andauern: Blut das in die Kamera spritzt und dort eine ganze Weile haften bleibt: Gehetztes Irrefahren durch ein Gebiet am Rande der Selbstzerstörung: Dieser Film schafft diesen Eindruck ohne Mühe und fesselt: Vorausgesetzt man lässt sich auf die Handlung und melancholisches Treiben ein. Für Fans von Filmen wie "Clockwork Orange" ist dieser Film wärmstens zu empfehlen, nicht aber für die breite Masse, dazu bietet er zuviel Tiefe aber zuwenig leichte Momente.
Das ist aber wohl auch die einzige Schwäche, die man einem Film nachtragen muss der nicht mehr sein will, als das was er ist. Von mir eine klare:

8,1

Carôn übrigens verfilmte auch den Dickens-Roman "Große Erwartungen", mit dem er Ende der Neunziger den Durchbruch in Hollywood schaffte.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Nicht heiß - aber Nice: Sunshine (2007) - Kritik



Bei Armageddon war's din Brocken voll Dreck aus dem Weltall, bei "The Core" war's der Erdkern, bei Sunshine ist es die Sonne, die Mittels einer Atombombe wieder angefacht werden muss. Genau: In naher Zukunft geht der Sonne nämlich der Saft aus und das ist für Mutter Erde natürlich nicht gut, da wir sonst einfrieren.
Mit dieser Inhaltsangabe und dieser Erwartung ging ich auch ins Kino: keine Meisterstücke der modernen SF-Kultur, aber bestimmt ein unterhaltsamer Film. Ich gehe meist ohne Erwartung in eine Kinovorstellung, und da der Plot so bekannt, wie auch überschaubar ist, dachte ich mir: Was soll's - ist immerhin der Regisseur von "28 Days Later", und der Film hat mir doch recht gut gefallen. John Murphy steuerte wieder den Soundtrack bei, also kann man sich durchaus gutes Popcorn-Kino erwarten. Der Trailer versprach nicht zuviel, doch seht selbst.

Inhalt:
Das Jahr 2055: Die Sonne stirbt und die Erde sowie die gesamte Menschheit droht zu erfrieren. Die einzige Hoffnung: Ein Astronautenteam auf den Rücken einer Atombombe von der Größe Manhattans geschnallt. Diese soll in die Sonne gelenkt werden um diese schließlich und endlich neu zu entzünden, damit sie es wieder warm haben.
Unglücklicherweise verschwand vor 7 Jahren die erste Mission zur Sonne. Im Schatten des Merkur jedoch findet das Team die Ikarus 1 - und auch die vermisste Atombombe.
Unglücklicherweise geht ab dann alles schief was schief gehen kann und die Mission zur Sonne steht auf dem Spiel. Das Schicksal der Welt liegt in den Händen einer Handvoll Astronauten.

Kritik:
Ebengenannte Astronauten erweisen sich als äußers unfähig. Die schauspielerische Leistung ist bestenfalls Durchschnittskost. In Fernsehserien sah ich schon bessere Performances. So farblos hier schöne Menschen zur Schau gestellt werden, die obendrein noch vermeintliche Top-Wissenschaftler miemen, so inkonsequent ist ihr Handeln. Da fragt man sich als geneigter Zuschauer dann: Und dieser Haufen labiler Charaktäre ist nun also die letzte Hoffnung der Menschheit? Wenn ein solches Senario einst tatsächlich wahr werden sollte und  unsere lezte Hoffnung liegt in den Händen von solchen Idioten, dann gebe ich mir gleich die Kugel, bevor ich qualvoll an Erfrierungen sterbe.
Nichts desto trotz ist das Szenario und die eingefangene Stimmung durch Regisseur Danny Boyle sehenswert. Einerseits düster und klaustrophobisch, andererseits kühl und steril, dann wieder erfüllt von Lichtpracht. Der Soundtrack tut sein Übriges und rettet durchaus noch etwas von diesem Film, der, trotz der farblosen Charaktäre und schlechten schauspielerischen Leistungen dennoch fantastisch wirkt. Man kann Boyle jedenfalls zu Gute halten, dass er es versteht, einen anderen SF-Film zu machen, was ihm im Horror-Genre mit "28 Days Later" a auch schon gelungen ist.
Es ist schwer den Film einzuschätzen: Einerseits ist er außergewöhnlich, andererseits wieder grottenschlecht. Genau diese Art von Film ist noch außergewöhnlicher. Mir persönlich hat er im Nachhinein gefallen, während der Vorstellung wiederrum kaum. Von daher gebe ich fairerweise dem Film eine

6,5

Wenn ihr ästhetisch anspruchsfolle neuere SF sehen wollt, empfehle ich euch  unter den Klassikern vor allem "2001 - Odyssee im Weltraum" oder "Alien". Wenn ihr es neuer und/oder poppiger möchtet zieht euch Stephen Soderbergs "Solaris" mit George Clooney rein. Weltuntergangsfilme wie "Armageddon" oder "The Core" sind in jedem Fall Diät fürs Gehirn.

(Un)todlangweilig - Resident Evil (2002) - Review / Kritik

Ja, in den späten Neunzigern Zombies mir dem Playstation-Controller töten und dabei noch eine fabelhafte Story erleben - das waren die Freuden des Teenager-Daseins. Das Irren durch Levels in Furcht, hinter der nächsten Tür könnte ein Zombie lauern, das hatte schon Stil und bereitete so manchem Freitagabend Gruselspannung pur.Damals wie heute war das  am Freitagabend meist absolut Grütze, sah man von den Comedy-Shows ab, und auch die gab es eher Samstags. Die Wochenshow, RTL Samstag Nacht...Doch weg von der Schwärmerei - von Wegen früher war das Programm besser... Darüber könnte ich lang und breit diskutieren. Worum es mir hier ging war eine kurze Anspielung auf den Resident Evil Film von 2002, der durchaus heiß erwartet war.
Wir erinnern uns - Lara Croft lieferte ein mäßiges Kinodebüt hin. Angeline Jolie war zwar ein netter Cast, wirkte für mich aber als Lara genauso kühl und unattraktiv. milla Jovovich als Geheimnisvolle Unbekannte, die man erst im Nachspann als Alice identifizieren konnte könnte eine Ausnahme sein, dachte ich damals. Wobei Videospielverfilmungen zumeist schon absoluter Mist waren erwartete ich mir damals im Kino auch nicht allzuviel. Dennoch: Als Kinojunkie musste ich diesen Film einfach sehen. Bevor wir zu einer kurzen Inhaltsangabe kommen hier ein kleiner Trailer für euch:

Inhalt:
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die Umbrella-Coorparation der mächtigste Konzern der Welt: Sie stellen praktisch alles her, vom Schokoriegel über Geschirrspülmaschinen bis hin zu biologischen Waffen: Und genau diese tüfteln sie im Hive zusammen, einm gigantischen unterirdischen Komplex im Untergrund von Racoon-City.
Die geheimnisvolle Alice (deren Name in Teil 1 übrigens nicht fällt sondern erst im Abspann auftaucht, findet sich mit einer Gruppe dort wieder. Und dort ist ein geheimnisvolles Virus ausgetreten, das Tote wieder aufstehen lässt.
Und damit ist im Grunde genommen auch der ganze Plot erklärt.


Kritik:
So schön hätt's werden können, und doch zählt dieser Film zu den besseren Videospielverfilmungen. Nähmen wir an, Ridley Scott hätte diesen Stoff verfilmt: Ein  zweistündiger klaustrophobischer Underground-Zombie-Schocker mit Tiefgang! Klaustrophobisch ist der Film auch und sogar die Stimmung ist einigermaßen gut, aber die flachen Charaktäre ziehen den Film ins Lächerliche. Selbst die sexy Milla kann das nicht kitten.
Die Story ist vorhersehbar, das Ende trimmt auf eine Fortsetzung und bis auf den einigermaßen gelungenen, wenngleich auch sterilen Set ist der Film eigentlich ziemlich grütze, sieht man mal von den guten Splatter-Effekten ab, die den Film noch einigermaßen unterhaltsam machen.
Gut finde ich auch noch den Kindcomputer "Red Queen", der etwas Style in die Handlung bringt. Bedenkt man, dass der Film mit 30 Mio Dollar wirklich billig war und eine deutsche Kinoproduktion ist, darf man durchaus nicht ganz unanerkennend sein. Er ist unterhaltsam und zeitweise spannend, aber eben doch nur Durchschnittskost, von der man sich durchaus noch mehr hätte erwarten dürfen. Von mir bekommt der Film eine durchschnittlicheei:

5,8

 Es folgen bislang "Resident Evil: Apocalypse" (2004, Resident Evil: Extinction" (2006) und "Resident Evil: Afterlife" (2010). Mit "Resident Evil: Retribution"  steht uns also Teil 5 dieses Jahr ins Haus.

Sonntag, 13. Mai 2012

Etwas verwirbelt - Twister (1996) - Review / Kritik

Es war der 15. September 1996. Zu meinem 15. Geburtstag bekam ich eine Kinokarte zu einer Sonntagnachmittagsvorstellung des Action-Blockbuster "Twister" geschenkt. Es war ein mäßig bewölkter Frühherbsttag und plötzlich interessierten sich die Medien für Tornados.
Pro Sieben brachte eine Woche zuvor einen billigen Fernsehabklatsch, der mir weniger gut gefiel, doch Twister war ein anderes Kaliber: Action-Popcorn-Kino mit einer Thematik, die mich schon damals brennend interessierte und das auch noch heute tut. Also war ich natürlich hellauf begeistert und gespannt, was uns Jan De Bont (Speed) da zu bieten hatte.
Das Drehbuch stammte übrigens aus der Feder von Michael Crichton, dem Romanautor von "Jurassic Park", nur um das am Rande zu erwähnen. Was ich von dem Film damals hielt und von ihm heute, 15 Jahre später bei wiederholten Ansehen halte, erfahrt ihr nach einer kurzen Inhaltsangabe. Bei Bedarf guckt euch doch diesen Trailer hier an.

Inhalt:
Der Meteorologe Bill Harding (Bill Paxton) kehrt gemeinsam mit seiner Verlobten zurück nach Kansas, um die Scheidungspapiere von seiner Ex-Frau in Spê, Jo (Helen Hunt) unterzeichnen zu lassen. Kurzerhand lässt er sich dafür überreden, nochmals bei einer Tornadojagd dabei zu sein, wenn seine eigene Erfindung "Dorothy" getestet wird, mit deren Hilfe Sensoren in den Tornadowirbel gesogen werden sollen,  um Messdaten für eine bessere Vorhersage zu erhalten. 
Man muss wohl kein Hellseher sein um zu wissen, dass ein effektvolles Feuerwerk folgt: Natur-Katastrophen-Action in großer Hollywood-Marnier wird einem hier geboten.

Kritik:
Da ich Hobbymeteorologe bin, will ich auf die vielen Fehler und Ungereimtheiten gar nicht eingehen. Das ist Popcornkino, das realistische Bilder zeigen will, und keine Dokumentation: Und als Solches will derr Film auch gesehen werden. Jan De Bont war zu dieser Zeit einer der Spezialisten, wenn es um bombastisches Action-Kino ging. Und das gelang ihm mit Twister allemal. Kommen wir also erst einmal zu den positiven Aspekten des Filmes:
Atmosphäre und Stimmung wurden hervorragend eingefangen. Die drückende Stimmung des großen Unwetters ist nahezu immer zu spüren. Die Tornados sahen zur damaligen Zeit im Kino spitzenklasse aus. Da CGI-Effekte damals noch als neu und hip galten, war dieser Film natürlich ein absoluter Eyecatcher. Die Action war solide und gut inszeniert.
Nun zum Contra: Der Cast war gelinde gesagt viel zu gut besetzt. Bill Paxton und Helen Hunt bewiesen, dass sie mehr drauf haben und nicht so unterfordert werden sollten. Die billige Liebesgeschichte, die man in diese Story reingequetscht hat hilft da auch nicht wirklich weiter und wäre eigentlich völlig unnötig: Kurzum - einfach grütze! Stereotype Charaktäre, Witze die - im wahrsten Sinne des Wortes - einfach nicht ziehen und hübsche Menschen, die verkrampft versuchen, tiefsinnige oder witzige Dialoge zu führen. Das braucht man ja nun  auch nicht unbedingt für einen guten Unterhaltungsfilm, der die Story, die ohnehin nicht sehr anspruchsvoll ist, bestenfalls streckt.
Alles in Allem kein Meisterwerk, aber durchaus ein Film, denn man sich gerne mal anguckt, wenn man auf die Art Film steht. 
Meine Wertung:


6,6
 
Übrigens bekamen die Drehbuchautoren Michael Crichton und Anne-Marie Martin für ihr schlechtes Drehbuch die "Goldene Himbeere" verliehen. Jan De Bont hat den Film aber zum Glück so weit gerettet, dass er nicht ganz so übel wirkt.
Im Übrigen läutete dieser Film eine kleine Ära von katastrophenfilmen ein, die zwischen 1997 und 1999 zu sehen waren, darunter nennenswert wären u. A. "Dante's Peak", "Volcano", "Deep Impact", "Armageddon", und "A Perfect Storm".

Die Dinos sind zurück! (Jurassic Park - Kritik)



Ich weiß noch, ich war ein elfjähriger Junge, als ich zum ersten Mal hörte, dass in Amerika eine neue Filmsensation in die Kinos angelaufen war. Ein Film, der schon zuvor in aller Munde war, weil er so phänomenal, so toll sein soll, eine unwerfende Story und neue, superrealistische und vor allem bahnbrechende Effekte beinhalten sollte. Und mit diesem Film erlebten die Dinosaurier eine neue Renessance:

Natürlich reden wir hier von Jurassic Park, der 1993 Filmgeschichte schrieb, und nicht nur das, er war ein wichtiger Benchmark in der Geschichte des Kinos. Regisseur Steven Spielberg (zuvor bekannt durch Filme wie "Der Weiße Hai", ET - der Außerirdische - um nur zwei zu nennen) verfilmte damals den Bestseller-Roman von Michael Crichton (Timeline, Congo) mit Schauspielern wie Sam Neil , Sir Richerd Attenburrough, oder Jeff Goldblum.
Nach langen Jahren habe ich mir den Film wieder einmal angesehen - daher bemühe ich mich nun, eine Kritik zu schreiben, die dem Film gerecht wird, aus der Sicht von heute und damals, als ich noch ein prepubertärer Junge war, dessen Fantasie Filme um Längen schlagen konnte.

Doch zuvor eine kleine Inhaltsangabe, für alle diejenigen, die den Film vielleicht noch nicht gesehen haben, was ich mir im Übrigen aber gar nicht vorstellen kann.

Inhalt:
Der exzentrische Milliardär John Hammond (Sir Richard Attenborough ) hat auf der Insel Isla Nublar den Bau eines Freizeitparks in Auftrag gegeben. Die Attraktion: Echte Dinosaurier, geklont aus dem Blut von in Bernstein eingeharzten Mücken. Klar, dass das nicht gut gehen kann, und als d er erste Unfalltote zu beklagen ist, sieht Hammond sich gezwungen, die Meinung von Experten einzuholen: Da wären zuallererst das Paläontologen-Pärchen Dr. Alan Grant und Dr. Ellie Sattler (Sam Neil und Laura Dern), Ian Malcolm (Jeff Goldblum), der "blutsaugende" Anwalt Mr. Genaro (Martin Ferrero) sowie die Enkelinder John Hammonds: Lex und Tim (Joseph Mazello und Ariana Richards). Alle sind zunächst erstaunt und fasziniert von den lebendig gewordenen Dinos. Doch irgendwann gerät alles aus den Fugen, nicht zuletzt dank des korrupten Informatikers Denis Nedry. Damit beginnt ein wahrer Horrortrip für die ersten Besucher des "Jurassic Park".
Ich  will nicht zuviel verraten. Seht euch doch den Trailer an.


 Kritik:
Nun, was soll ich großartig dazu sagen? Ich war als elfjähriger Junge schier fasziniert und begeistert; muss gestehen, dass auch ich auf der großen Dinowelle mitschwamm und alles Wissenswerte aufgesogen habe, was es zu wissen gab. Dieser Hype dauerte locker anderthalb Jahre an, auch als der Film erstmals auf Video erschien (ich weiß noch, das war am 8. Oktober 1994), flaute die Begeisterung mitnichten ab. Damals war Kino noch etwas, das es zu erleben galt. Überall gab es Merchandise-Artikel: Einen solchen Hype erlebt man heutzutage gar nicht mehr. 
Er war zu der Zeit mein Lieblingsfilm, nicht nur wegen der Dinos oder der wirklich guten Story, die Steven Spielberg familienfreundlich in Szene zu setzen wusste. Es war auch der absolut unglaubliche Score von John Williams und die atenberaubenden Bilder aus Hawaii, die den Film noch heute absolut sehenswert machen.  
Nach nun fast 20 Jahren hat dieser Film kaum etwas von seinem Reiz verloren, und auch wenn er deutlich in die Jahre gekommen ist und die Effekte stellenweise nur noch belächelt werden, so ist dieser Film immer noch das, was er immer ein wollte: Großes Abenteuer und ganz großes Kino. Steven Spielberg wusste schon immer, wie man  sdie Massen in die Kinos lockte, und das sogar mit sehr hoher Qualität. Die Ausstattung war zur damaligen Zeit Top und ist auch heute noch bemerkenswert. Wenn man in den Jurassic Park reist, dann fühlt man sich noch heute so, als wäre man tatsächlich drin.
Ich gebe dem  Film auf meiner zehnteiligen Wewertungsskala immer noch eine:
8,5 

Diesem Film folgten zwei Fortsetzungen: Zum Einen "Vergessene Welt - Jurassic Park" (1997) und Jurassic Park III (2001). Doch zu denen kome ich ein andern Mal.

Übrigens: Falls es euch interessiert: Im Sommer 2013 führt Universal "Jurassic Park" in 3D erneut auf, 20 Jahre nach dessen Debüt.