Man darf nicht vergessen, es war 1997 und das Internet war mir persönlich zu dieser Zeit noch nicht ganz geläufig. Trailer waren damals noch aufs Kino oder Fernsehen beschränkt. Wie dem auch sei:
Ich wusst ja schon, dass Michael Crichton eine Fortsetzung geschrieben hat, mit dem Titel "The Lost World", und ja, den hatte ich gelesen. Und ich wusste auch, dass im Herbst dieses Jahres diese Verfilmung in die Kinos kommen sollte.
Anzumerken wäre vielleicht, dass mir das Buch nicht so sehr gefallen hat. Da war DinoPark schon besser, spannender, fesselnder. In "Vergetakteur Ian Malcolm, (Huch, war der in Band 1 nicht eigentlich verstorben?)sene Welt" dauert es etwas länger, und bis auf den Haup gab es auch kein Gesicht aus dem ersten Band. Naja, der Film unterschied sich ja auch stark von der Buchvorlage, in der es wesentlich härter zur Sache ging.Hinzu kommt noch dass Malcolm im Film ja überlebt hatte, was der ganzen Sache etwas mehr Logik gab.
Doch mal ganz davon ab. Anfang August '97 startete der Film in unseren Kinos. Mit großen erwartungen ging ich ins Kino - mit gemischten Gefühlen kam ich aus dem Lichtspielsaal. Die Verfilmung hatte ja mal so fast gar nichts mehr mit der Buchvorlage gemein. Schlimmer noch als diese Verstümmelung fand ich die irrationale Handlung, die rein auf Action, aber nicht mehr auf Tiefgang getrimmt war. Allerdings, und das muss ich heute, 15 Jahre später bei wiederholtem Ansehen haltlos zugeben, machten die Effekte dennoch spaß und einiges wieder wett.
Nicht dass mit damals mit 16 der Film nicht gefallen hat. Ich fand ihn klasse, aber längst nicht mehr so gut wie der Urvater urassic Park himself: Meine erste wirklich große Erfahrung mit Sequels übrigens. Doch bevor wir zum Inhalt kommen, hier erstmal ein Trailer:
Vier Jahre sind ins Land gezogen und die Ereignisse im "Jurassic Park" gerieten in Vergessenheit - zumindest in jene der Öffentlichkeit. Ian malcolm versucht verzweifelt, die Geschichte an die Öffentlichkeit zu tragen, wird jedoch für verrückt erklärt. Da wird er von John Hammond, dem Milliardär gerufen, der Ian unterbreitet, es gab noch eine zweite Insel, jene, auf denen die Dinos nämlich gezüchtet und aufgezogen wurden, die Isla Sorna. Dort jedoch haben sich die Dinos befreien und sich dem Leben anpassen können. Ein Forscherteam soll sich auf dem Weg dahin begeben, um die lage zu dokumentieren, und die Insel zum naturschutzgebiet zu erklären.
Nichtsahnend, dass noch ein zweites Team der durch Hammonds Neffen übernommenen Firma InGen auf dem Weg zur Insel ist: Ihr Ziel: Dinos einfangen um mit ihnen einen zweiten "Jurassic Park" zu eröffnen.
Kritik:
Okay. Nur lose basiert die Handlung auf das Buch, in dem großteils auch völlig andere Charaktäre mitwirken. Fakt ist jedenfalls, dass man hier versucht hat, an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen: Kommen wir mal zum Pro:
Spielberg schafft es, actionreiches Popcorn-Kino zu produzieren, wie er uns hier sehr deutlich vor Augen führte. Packend und effektvoll sind die Dinos in Szene gesetzt, schaffen damit einen bildgewaltigen Dino-Abenteuerstreifen. Jeff Goldblum spielt wieder hervorragend, und auch wenn sie etwas untergeht, ist Julian Moore eine hervorragende Wahl in der Rolle der Sarah Harding als Love Interest.
Aber: Der Charme von Teil 1 fehlt fast völlig. Von intelligenten nachdenklichen Dialogen ist nichts geblieben, stattdessen gibt es fast nonstop Action beinahe vom Anfang an. Spielberg ließ sich nicht lange mit der Einführung der teilweise recht stereotypen Charaktäre Zeit.
Sieht man mal davon ab, dass die Handlung fast gänzlich vom Buch abweicht, weshalb ich diese Kritik hier an der Buchvorlage weder messen kann noch will, macht es schon Spaß, einen T-Rex durch San Diego ziehen zu sehen. Die Effekte waren für damalige Zeiten echt Top und lassen sich heute noch sehen. Der Film ist laut und bombastisch, bildgewaltig und funny. Popcorn-Kino eben.
Nervig ist diesmal JungdarstellerinVanessa Lee Chester als Ians Tochter Kelly. Vince Vaughn als Nick Van Owen jedoch sorgte für einige erfrischende Momente, vor allem im dynamischen Spiel mit Jeff Goldblum.
Seien wir ehrlich: An Teil 1 reichte er nicht heran, doch machten die 130 Filmminuten trotz allem immer noch eine Menge Spaß! Von daher bekommt der Film eine Wertung von
7,8
Ursprünglich sollte Joe Johnston (Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft, Jumanji, Captain America) Regie führen, doch war dieser im Verzug mit seinem Film "Jumanji". Im dritten Teil der Jurassic-Trilogie kam er dann jedoch endlich zum Zug. Eine Kritik hierzu wird folgen.