Pro Sieben brachte eine Woche zuvor einen billigen Fernsehabklatsch, der mir weniger gut gefiel, doch Twister war ein anderes Kaliber: Action-Popcorn-Kino mit einer Thematik, die mich schon damals brennend interessierte und das auch noch heute tut. Also war ich natürlich hellauf begeistert und gespannt, was uns Jan De Bont (Speed) da zu bieten hatte.
Das Drehbuch stammte übrigens aus der Feder von Michael Crichton, dem Romanautor von "Jurassic Park", nur um das am Rande zu erwähnen. Was ich von dem Film damals hielt und von ihm heute, 15 Jahre später bei wiederholten Ansehen halte, erfahrt ihr nach einer kurzen Inhaltsangabe. Bei Bedarf guckt euch doch diesen Trailer hier an.
Der Meteorologe Bill Harding (Bill Paxton) kehrt gemeinsam mit seiner Verlobten zurück nach Kansas, um die Scheidungspapiere von seiner Ex-Frau in Spê, Jo (Helen Hunt) unterzeichnen zu lassen. Kurzerhand lässt er sich dafür überreden, nochmals bei einer Tornadojagd dabei zu sein, wenn seine eigene Erfindung "Dorothy" getestet wird, mit deren Hilfe Sensoren in den Tornadowirbel gesogen werden sollen, um Messdaten für eine bessere Vorhersage zu erhalten.
Man muss wohl kein Hellseher sein um zu wissen, dass ein effektvolles Feuerwerk folgt: Natur-Katastrophen-Action in großer Hollywood-Marnier wird einem hier geboten.
Kritik:
Da ich Hobbymeteorologe bin, will ich auf die vielen Fehler und Ungereimtheiten gar nicht eingehen. Das ist Popcornkino, das realistische Bilder zeigen will, und keine Dokumentation: Und als Solches will derr Film auch gesehen werden. Jan De Bont war zu dieser Zeit einer der Spezialisten, wenn es um bombastisches Action-Kino ging. Und das gelang ihm mit Twister allemal. Kommen wir also erst einmal zu den positiven Aspekten des Filmes:
Atmosphäre und Stimmung wurden hervorragend eingefangen. Die drückende Stimmung des großen Unwetters ist nahezu immer zu spüren. Die Tornados sahen zur damaligen Zeit im Kino spitzenklasse aus. Da CGI-Effekte damals noch als neu und hip galten, war dieser Film natürlich ein absoluter Eyecatcher. Die Action war solide und gut inszeniert.
Nun zum Contra: Der Cast war gelinde gesagt viel zu gut besetzt. Bill Paxton und Helen Hunt bewiesen, dass sie mehr drauf haben und nicht so unterfordert werden sollten. Die billige Liebesgeschichte, die man in diese Story reingequetscht hat hilft da auch nicht wirklich weiter und wäre eigentlich völlig unnötig: Kurzum - einfach grütze! Stereotype Charaktäre, Witze die - im wahrsten Sinne des Wortes - einfach nicht ziehen und hübsche Menschen, die verkrampft versuchen, tiefsinnige oder witzige Dialoge zu führen. Das braucht man ja nun auch nicht unbedingt für einen guten Unterhaltungsfilm, der die Story, die ohnehin nicht sehr anspruchsvoll ist, bestenfalls streckt.
Alles in Allem kein Meisterwerk, aber durchaus ein Film, denn man sich gerne mal anguckt, wenn man auf die Art Film steht.
Meine Wertung:
6,6
Im Übrigen läutete dieser Film eine kleine Ära von katastrophenfilmen ein, die zwischen 1997 und 1999 zu sehen waren, darunter nennenswert wären u. A. "Dante's Peak", "Volcano", "Deep Impact", "Armageddon", und "A Perfect Storm".
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